Showing posts with label auf deutsch. Show all posts
Showing posts with label auf deutsch. Show all posts

March 23, 2007

Auf Kosten von Respekt zu sich selber

In Russland lebt man nicht – man überlebt, oft auf Kosten von Respekt zu sich selber. Das Land ist korrupt von A bis Z, von den größten Kremlbonzen bis zu dem kleinsten lausigsten Militärkommisariatbeamten. Es ist unfassbar.

Dabei ist dieses System nicht reformierbar – schlicht weil niemand an einer Reformierung interessiert ist. Keiner von denen hier ist. Alle leben damit von Geburt, alle werden früher oder später zu Opfern der Korruption, alle Eltern müssen eines Tages der Kinderärztin oder Kindergartennanny schöne Bonbons schenken, damit sie ihre Arbeit anständig macht; für alle Autofahrer ist es ein Teil des Lebens, dem Straßenpolizisten 50 oder 100 Rubeln zu spenden, damit er ihnen keine Strafquittung ausschreibt. So gehörts halt.

Imbezile russische Gesetze sind nur dazu da, um denjenigen zu bestrafen, wer ihnen zu folgen versucht – genau wie in Ayn Rands “Atlas Shrugged”. Zwei Jahre russische Armee sind eine Folter wie zwei Jahre russisches Gefängnis, mit Selbstmordraten im Durchschnitt 1-2 Soldaten pro Tag. Da besticht man schon lieber den fetten Schleimer beim Militäramt, statt in diese Hölle zu geraten. Und so ists überall.

Die Menschen wollen überleben, deshalb kein Ausweg außer Korruption. Und da Korruption etwas ganz unschuldiges und normales wird, werden die Leute immer selbst zu Korrumpanten sobald sie eine Möglichkeit dazu kriegen.
Read more...

November 15, 2006

Borat - meine Meinung zum Film

Habe mir endlich “Borat - Kulturelle Lernung von Amerika um Benefiz für glorreiche Nation von Kasachstan zu machen” angesehen.



Hier in Russland hat das Staatliche Kommitee fur Kinematographie den Film zur öffentlichen Demonstration "nicht empfohlen". LOL weil Kasachstan Putins großer Partner und Verbündeter ist haben die staatlichen Trotzköpfe es angenommen, besser zu wissen, was ich mir für mein Geld im Kino ansehen soll. Egal, stoppen kann uns keiner, außerdem kann ich mir kaum eine belachbare russische Fassung vorstellen (genau so wenig wie eine sehenswerte deutsche). Es gibt Filme, wo man den Pepp nur in der Originalsprache mitkriegt.

Im heutigen linken Europa kann wohl nur sexuell oder fökal gefärbter Humor als letzter als politisch korrekt gelten. Ach ja, Scherze über Jesus Christus, egal wie derb und unverschämt, sind auch willkommen. Von allem davon gibt es im Film genug, doch ist es nicht das, was ihn so amüsant macht. Auch begrenzt sich das durch den Kakao gezogene Auditorium nicht auf homophobe und chauvinistische US-amerikanische konservative Rednecks.

Viel lustiger ist es sich die Reaktion Kontinentaleuropäischer Sozis, die ich ja sooo gerne mag, vorzustellen. Linke Political-Correctness -Hysteriker brechen wohl zusammen schon nachdem sie tabuierte böööse Wörter wie "Jude" oder "Zigeuner" vom Bildschirm hören. Dann wachen sie gegen Ende des Films auf und schreiben in ihren Zeitungen, was der Film für eine schreckliche Tragödie ist. Ogottogott! Gerade gegen diese Menschen ist - ob absichtlich oder nicht - die versteckte Provokation des Films gerichtet.

Außer dem wirklich kasachisch klingenden Namen und der blauen Fahne hat Cohens Borat Sagdiyev mit echtem Kasachstan nichts zu tun.

In Wirklichkeit ist Kasachstan ein Land mit viel Wüste und Steppe, bewohnt von nomadischen mongoloiden Kasachen und Nachkommen russischer Kolonisten. Vor wenigen Jahren bin ich dort gewesen, auf einem AIESEC-Treffen in Almaty. Ich bin aus Moskau 5 Tage lang mit dem Zug durch Steppen und Wüsten gefahren - und das nicht ohne Abenteuer. War das ein Megarlebnis!

"Borats Heimatsdorf" wurde in Rumänien gefilmt. Was Borat als "Kasachisch" spricht, ist Hebräisch und seltens Polnisch (und zwar sind es allgemeine Phrasen aus einem Touristensprachbuch wie "Guten Tag!", "Wie geht es Ihnen?", "Sprechen Sie Englisch?". Das klingt sooo genial! :D ). Der Soundtrack besteht hauptsächlich aus balkanischer Musik, darunter Goran Bregovics Orchester.

Borat ist eine Parodie auf Osteuropa generell und wider Willen insbesondere auf Balkan, weil Balkaner die Farbenprächtigsten Osteuropäer sind mit ihrem grellen Cocktail aus Armut, Provinzialität und Temperament. Ein Vorgänger von Borat in dieser Hinsicht ist das weniger bekannte Projekt Molwanien, jedoch ist Borat vielfach starker und lustiger.

Man muss zugeben, dass keiner es im Westen wagen würde, sich auf solche Weise uber Afrikaner oder Araber lustig zu machen. Aber uns Osteuropäer darf man schon egal wie lächerlich darstellen, und der Film ist ein gutes Beispiel dafür. Und das nur deswegen, weil wir trotz allem ziwilisiert genug sind, um über sich selber lachen zu können, statt dänische Botschaften anzuzünden. Und so habe ich den Film auch empfunden, wo zwar grotesk und übertrieben, aber grundlegend viel Wahres von uns allen hier gezeigt wurde, weswegen man sich nicht beleidigt fühlen muss.
Read more...

November 6, 2006

Techinsches

Einz muss ich zugeben: das Interface von Livejournal ist viel verständlicher und einfacher als das von Blogger. Oder ich kenne mich noch nicht so gut aus hier.

Warum wird man die ganze Zeit gebeten, das Blog von neu an zu veröffentlichen?

Optionen wie Current Music und Current Mood fehlen auch sehr.

Kann mich auch nicht über die Sprache, in der ich mein Blog hier führen will, entscheiden. Soll es doch Deutsch sein oder Englisch? Oder beides - mal so, mal so?
Read more...

October 27, 2006

Werner-beinhart!



Der Film ist einfach soooooo geil! Taugt mir viel besser als die folgenden Werner-Filme, die sind schon viel weniger lustig, auch wenn sie 100% animiert sind. Hab “Werner-Beinhart!” in Emule zu downloaden begonnen. Ist zwar viel, aber das finde ich sicher nicht auf CDs nirgendwo hier in Moskau.

***

“Werner – beinhart!” - клёвы трохі пахабны нямецкі мультфільм пра байкераў. А гэта самая клёвая сцэна зь яго
Read more...

Das russischsprachige Informationsfeld verlassen

Diesen Blog führe ich auf Deutsch und Englisch mit manchmal Inhaltsangabe in Belarusisch. Als Akt meiner inneren Emigration aus dem russischsprachigen Livejournal und der dortigen russischen Hoffnungslosigkeit.

Plus, ich musste doch etwas mit meinem jetzt beruflich unnötigem Deutsch tun
Read more...

Proletariat der Postindustriellen Epoche

Kapitalismus wie er von Marx beschrieben wird, wo die Arbeit zur totalen Ausbeutung und Folter der Arbeiter wird, existiert schon längst nicht mehr in der Industrie oder in der Landwirtschaft – dabei ist es gerade das, was in manchen von in unserer modernen postindustriellen Wirtschaft dominierenden Branchen aufgefunden warden kann, wo Broker und Consultants genau so mühevoll in gesundheitsschädlichen Umständen pauken müssen.

Gut, wenn man dafür entsprechend gut bezahlt wird. Richtich Scheiße ist es aber, wenn das nicht der Fall ist, und die Motivation (Anführungszeichen?) auf Karrierestart und die Auswegslosigkeit für gestrige Uni-Absolventen beruht.
Read more...